Malerei aus der Heimat und aus Syrien Ausstellung Vierter Teltower Kunst-Sonntag in der historischen Biomalz-Fabrik lockte mehr 1000 Besucher an PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Der Teltower Kunst-Sonntag wächst in jeder Hinsicht kontinuierlich.

TELTOW Beim gestrigen 4. Kunstsonntag in Teltow knackte Initiator Dieter Leßnau die Hunderter-Marke. Waren es im Vorjahr 95 Künstler, die ihre Werke zeigten, beteiligten sich diesmal 110. „Jeder kann ein eigenes Wertgefühl entwickeln“, beschreibt er die größte Stärke der weit über die Region hinaus bekannten Veranstaltung. 450 Exponate aus allen Bereichen der bildenden Kunst wurden den Besuchern auf rund 2 000 Quadratmetern Fläche präsentiert. „Unsere Besucherzahl wächst proportional zur Zahl der Aussteller“, freut sich Leßnau. Nach Schätzungen des Teltower Galeristen kamen weit mehr als 1 000 Besucher zu dem Event am Sonntag.

Die Wahl eines neuen Ausstellungsortes stellte sich offenbar als Glücksfall für Leßnaus 15-köpfige Arbeitsgruppe „Initiative Teltower Kunst-Sonntag“ heraus. Das Angebot der Stadt, weiter in der Altstadt zu bleiben, schlug man zuvor aus. „Wir haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, in Konkurrenz mit dem parallel stattfindenden Halbmarathon anzutreten“, so Leßnau. Am Datum selbst wollte man hingegen nicht rütteln, denn „der erste Novembersonntag ist der Tag für die Künstler“, meint der 73-Jährige. So begann die Suche nach einem neuen Refugium. Als einige Mieter der denkmalgeschützten Biomalz-Fabrik – darunter die Union Sozialer Einrichtungen, die auf dem Komplex Behindertenwerkstätten betreibt – dem Galeristen Räume anboten, schlug er sofort zu. Der ehemalige Industriekomplex in der Iserstraße feierte im September dieses Jahres sein 100-jähriges Jubiläum.

„Künstler und Besucher finden es bisher fantastisch“, zog Leßnau am frühen Nachmittag ein rundum positives Fazit. Man habe die Kunstschaffenden so ausgewählt und positioniert, dass sie zu den jeweiligen Ausstellungsräumen passen. Im Erdgeschoss der alten Biomalz-Fabrik – zwischen historischen Druckmaschinen – stellten Maler ihre Werke aus. Gleich nebenan sind Stahlskulpturen neben Stahlträgern aus dem Werkbereich Metallbau zu sehen. Auch die Berlinerin Maja Smoltczyk war am Sonntag in Teltow dabei, sie zeichnet in ihren Skulpturen menschliche Wesenszüge nach. „Der Mensch ist mehr als seine Oberfläche", sagt die gebürtige Berlinerin, die in ihren Werken vor allem die inneren, menschlichen Wesenszüge herausarbeitet. Sie hat ihren Großvater posthum porträtiert, auch ihr Neffe findet sich in metallener Form in der Ausstellung wieder.

Auch von mehreren ausländischen Beiträgen konnten sich die Flaneure inspirieren lassen. Polnische und holländische Kunstwerke waren unter den Exponaten, ebenso einige Werkstücke der Malerin Hala Faisal aus Syrien. Sie erregte im August 2005 weltweites Aufsehen, als sie nur mit einem Bodypainting „bekleidet“ vor dem Weißen Haus in Washington gegen den Irak-Krieg protestierte.

Quelle: MAZ online
Beitrag Von Stephan Reitzig