ArtEvent 2012 zeigte Ausstellung "unerhört" PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Vernissage, Ausstellungswoche und Finissage

Zur Vernissage am Samstag, dem 19.05.2012 um 15:00 Uhr füllt sich das Gelände der Biomalzfabrik mit zahlreichen Besuchern, befreundeten Künstlern und Kunstinteressierten der Region. In der warmen Maisonne konnte die Vernissage auf dem alten Pflaster beginnen. Musik ertönt, eine Geige, eine Trommel - doch woher? Die geöffneten Fenster lassen nur ahnen, dass in den Räumen des alten Gemäuers musiziert wird. Immer mehr Stimmen mischen sich in die Melodienvielfalt - zuletzt der Klang einer Trompete. Die Gespräche der Vernissagebesucher gehen weiter. Erst als nach und nach die ersten Instrumente verstummen und mit einer Blechbläserstimme die Melodie von "Bruder Jakob" erklingt, scheint es als ob sich das Publikum seiner Rolle bewußt würde. Ein Konzert ohne Musiker? Unerhört! Schließlich geben sich die Musiker der Kreismusikschule "Engelbert Humperndinck" unter der Leitung von Michael Goldammer doch zu erkennen.

"Unerhört?! Das ist ein Sphinxwort mit mehrsinnigen, auch versteckten Bedeutungen. Wird etwas nicht wahrgenommen, weil es zu leise daher kommt? Oder übersteigt es im Gegenteil unsere Vorstellungskraft, so dass wir sprachlos bis empört davor stehen? Dann gibt es noch - tief verwurzelt in unser christlich geprägten Kultur - die Fürbitte "Herr, erhöre uns!" Bleibt es unerhört - oder sind unsere Erwartungen zu irdisch?" - So führt die Künstlergruppe Art event in ihr diesjähriges Thema ein.

Zum 3. Mal ist die Gruppe für zwei Wochen in Teltow zu Gast. Im still gelegten Alten Kesselhaus, "das einst die Aufgabe hatte, die Biomalz-Fabrik mit selbst erzeugter Wärmeenergie zu versorgen, läuteten sie eine Metamorphose der Halle ein. Erst im letzten Jahr wurde sie anlässlich der 100-Jahrfeier der Biomalz-Fabrik entkernt, beräumt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht." Nun haben sich die Künstlerinnen und Künstler aus Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Berlin sich im mit rötlichem Schotter gefüllten Raum des schillernden Wortes angenommen und ausgelotet, was für sie "unerhört" sein könnte, um selbst Unerhörtes zu schaffen und der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

Zur Eröffnung sprachen Steffen Troder, Initiator der Veranstaltung, Juliane Karsten, Leiterin des Biomalz-Infobüros, Koordinatorin des Geländes und "Türöffnerin", Cornelia Neumann, Kulturkoordinatorin der Stadt Teltow und Helma Hörath, Mitglied der Gruppe. Sie dankten den Personen und Unternehmen, die die Künstlerwochen unterstützt und ermöglicht haben und luden dazu ein, die Exponate zu entdecken. Dieses Mal scheint es am besten gelungen zu sein, "12 Individualisten in einen Raum und eine Ausstellung zu bringen" sagte Steffen Trodler, der die Entwicklung des Projektes skizzierte. Die Herausforderung habe sich gelohnt, "die Exponate sprechen für sich".

In der ersten Woche, der Arbeitsphase, wurden die Kunstwerke konzipiert und aufgebaut. Interessierte konnten den Künstlern bei diesem "work in progress" über die Schulter sehen. Das Ehepaar Land aus der Nachbarschaft, die fast täglich zum Helfen kamen, zeigten sich begeistert von dieser offenen Arbeitsweise. Jeder brachte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ein und leistete seinen Beitrag, so dass für das große Ganze auch mal das Unmögliche möglich wurde. So unterschiedlich wie die Menschen und der Entstehungsprozess der Ausstellung sind nun auch die einzelnen Exponate geworden. Ebenso verschieden wird der Zugang der Betrachter zu den einzelnen Ausstellungsstücken sein.

Während der Eröffnung stellte jeder der beteiligten KünstlerInnen eineN KollegIn aus der Gruppe und dessen Arbeiten vor. In der Woche vom 21. - 26.05.2012 konnten die Arbeiten jeden Tag von 15.00 -18.00 Uhr besichtigt werden. Zur Betreuung der Ausstellung waren einige Künstler von ArtEvent anwesend. Zur Finissage, die am Sonntag, den 27. Mai 2012, um 15.00 Uhr das unerhörte ArtEvent 2012 bei sehr schöner Athmosphäre mit verschiedenen Musikbeiträgen beschloß, waren nochmals alle Künstler zugegen. Für Fragen und Gespräche standen sie - in gegensätzlicher Bedeutung des Themas - mit offenem Ohr zur Verfügung.

LK

Quelle: Stahnsdorf.de