5. Teltower Kunst-Sonntag PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

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Teltow: Alte Biomalzfabrik | Am Sonntag, den 04. November erfolgte der 5. Teltower Kunst-Sonntag in der Alten Biomalzfabrik in Teltow. Über 90 Künstler/Innen haben teilgenommen. Gut besucht, vielfältig und sehr kommunikativ war die Atmosphäre. Regionale und Überregionale KünstlerInnen aus allen Richtungen von Malerei, Grafik, Bidhauerei, Fotografie, Objektkunst und Intallationen waren vertreten.
Ein großes Lob für dieses hohe bürgerschaftliche Engagement und die perfekte Organisation der Teltower Kunst Initiative e. V. !

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Vielfalt für einen Tag bei Biomalz PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Von merkantiler Gefälligkeit bis zum Wurf mit Anspruch: 450 Werke beim 4. Teltower Kunst-Sonntag

Teltow - Schnipp-schnapp, schnipp- schnapp! Mit Quäken und Quietschen heben und senken sich diese stählernen Objekte nach dem Regelplan eines Relais. Alte Scheren aus Stahl, nach dem Willen von Manfred Koch, ihrem künstlerischen Vater, „Fliegende Fische“ genannt, öffnen ihre gierigen Mäuler, um beim nunmehr 4. Teltower Kunst-Sonntag sonntägliche Teltower Luft zu zerschneiden, oder nach Piranha-Art zu zerbeißen.

Anders als im Alten Lagerhaus um die Ecke, wo sich Maler und Publikum hautnah drängeln mussten, war es im Alten Kesselhaus der Biomalz-Fabrik angenehm geräumig. Dies war sozusagen die „Skulpturen-Abteilung“ dieses so ambitionierten Kulturereignisses. Hier hatte Michael Soika der griechischen Daphne ein kerzenumkränztes Denkmal geschaffen, hier tummelte sich weiteres Getier von anderer Hand.

Eine Großtat der „Initiative Teltower Kunst-Sonntag“, die altehrwürdige Biomalz-Fabrik im hundertsten Jahr ihres Bestehens nicht nur als Sponsor, sondern auch als Ausstellungsort zu gewinnen, mal bis in das vierte Obergeschoss von Haus 2, mal im Hochparterre der Alten Quellmühle, sogar die benachbarte Firma für automobile Edel-Oldies hat sich als „Haus 7“ beteiligt.

Galerist Dieter Leßnau hatte als spiritus rector des Ganzen noch mehr Künstler als im Jahr zuvor geladen, 115 diesmal mit ungefähr 450 Werken der bildenden und angewandten Kunst, wozu auch die filigran in Gold und Silber gearbeiteten Möbel von Richard Radtke aus Wittenberg gehörten. Schon am Vormittag war der Besuch von Fern und Nah enorm, man sah es an den Autokennzeichen. Manchen der Künstler wie Hala Faisal und Axel Feuerberg kannte man schon von der Leßnauschen „Altstadthof-Galerie“, andere kamen aus Fredersdorf, Hamburg, Hannover, Berlin oder Polen.

Ziel dieser sicherlich planungsintensiven Großveranstaltung war laut Veranstalter einerseits die „Begegnung von Wissenschaft und Politik mit der Kunst“, andererseits der gedankliche und wohl auch pekuniäre Austausch zwischen Künstlervielfalt und Publikum. Der 4. Kunstsonntag wollte ja ohnehin „mehr Podium als Messe“ sein. Das hatte dann auch seinen Preis, denn neben richtig guten Arbeiten waren auch solche dabei, die man fern und besser zu Hause gelassen hätte. Es gibt doch eh längst mehr Maler als Menschen!

Vom Ästhetischen her war so ziemlich alles vertreten, was man sich nur hat vorstellen können: Vom Akt bis zur Stadtvedute, vom Porträt bis zum Genrebild, von der merkantilen Gefälligkeit bis zum Wurf mit Anspruch, von der streng gearbeiteten Skulptur bis zur mechanischen Objekt-Konstruktion, bei Anando Arnold zum Beispiel. Landschaften, Blumenbilder, Stillleben, Porträts, mehr oder weniger Abstraktes – wer um Himmelswillen sollte solch ephemere Vielfalt in den wenigen Stunden Öffnungszeit denn verkraften? Auch Fritz, der Alte, war ja zum Dreihundertsten dabei! Man wurde schnell müde, treppab und treppauf. Holte man künftig etwa noch mehr Namen herbei, so könnte es dem Ereignis womöglich eines Tages so ergehen wie Krösus, als er den Halys überschritt! Doch Piranha hin oder her – allem Einwand zum Trotz ist ein Erfolg aus Teltow zu melden. Respekt also allen Machern im Ehrenamt.

Hierzu zählte, schnipp-schnapp, auch die Wiedergeburt des guten alten Papiertheaters mit Helma Höraths Stück „Wer ist der richtige Eulenspiegel?“ am Nachmittag vor Ort.

Von: Gerold Paul,  PNN online

 
Malzbonbons und Stepptanz PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Biomalz Gewerbehof feierte 100.Geburtstag

01Rings um die Biomalzfabrik standen einst Getreidefelder, bevor die Stadt immer näher an das Industriegelände herangewachsen war. Zum Tagdes off enen Denkmals konnten sich kürzlich Besuch er anhand historisch er Aufnahmen ein Bild von den Anfängen des Produktionsstandortes machen, dessen bekanntes Stärkungs und Kräftigungsmittel einst in aller Munde war. Auch einige Firmen, die auf dem Gewerbehof ansässig sind, hatten ihre Türen an diesem Tag geöffnet, der auch Anlass war mit einem Hoffest den 100.Geburtstag des Unternehmens zu feiern.

In den ersten Jahren wurde Biomalz noch in Blechdosen und Eimern verkauft , danach in braunen Flaschen mit blauem Etikett . Später wurde die Produktpalette mit Malzmehl und Bonbons erweitert, zu DDR Zeiten kam Moskauer Sahneeis hinzu. Auf einem Präsentiertisch im alten Kesselhaus waren noch diverse alte Verpackungen aus dieser Zeit zu besich tigen, daneben Kostproben brauner Malzbonbons, die vor allem bei älteren Besuch ern süße Erinnerungen weckten. Dahinter ein Korb mit den neuen Produkten der Firma, die aus rechtlichen Gründen nur noch unter Teltowmalz firmieren darf.

So gibt es Teltowmalzbonbons nun mit Salbei- und Zitronengeschmack, auch Waldmeisterund Menthol sind im Angebot, ebenso Lakritze, ein Müsli, diverse Mehlsorten und Backmischungen.

Auch die alten Baupläne der Fabrik waren ausgestellt. Wer genau hinsah, konnte den funktionalistischen Baustil des Gebäudes erkennen, bei dem die Mischung aus einer Stahlbeton-Skelettbauweise mit einer Massivbauweise typisch ist für die Reformarchitektur, die sich in den Anfängen des 20.Jahrhunderts vor allem beim Industriebau durch setzte. Zu jener Zeit war es die modernste Bauweise, die teilweise auch noch klassische Stilelemente nutzte. Die Dachmitte krönte einst ein Turm, der nur von der Ostseite über einen weiteren Turm erreichbar war. Eine Mauer mit zwei Rundbogendurchgängen verbindet das ehemalige Kontorhaus noch heute mit der Fabrik, links davon befindet sich ein imposanter Treppenhausturm. Auf den historischen Bauplänen sind noch Sprossenfenster eingezeichnet. Bei einem Rundgang mit Historikern über den Gewerbehof wurde deutlich , dass es vor allem die noch erhaltenen architektonisch en Details sind, die dem Fabrikensemble ein eigenes Gesich t geben. Die ursprünglichen Funktionen der Fabrikräume sind inzwischen durch neue Nutzungen ersetzt worden. So hat die Kreismusikschule unterm Dach , wo einst das Lager war, seit zwei Jahren ein neues Domizil mit Konzertsaal, und da wo einst die Maische gekocht wurde, sind heute die Werkstätten der Union sozialer Einrichtungen (USE GmbH), in der Behinderte in verschiedenen Gewerken von der Schneiderei bis zur Druckerei arbeiten. Vor dem Fabrikgebäude, in einem Anbau, konnten Besucher die sch ick en Limousinen des Oldtimerspezialisten “classics and friends” bewundern. Ein Sportwagen der Marke Triumph 1800 Roadster stand auch im alten Kesselhaus, dazu der Vermerk, dass es sich um einen Viersitzer mit Schwiegermutt ersitz handle, also für Letztere eine eher ungemütliche Sitzgelegenheit anbietet. Im Kesselhaus, das als Veranstaltungssaal ausgebaut werden soll, heizten am Nachmittag die Tänzerinnen und Tänzer der Tanzsch ule Kurrat dem Publikum ein, das sich trotz sommerlicher Temperaturendiesen Höhepunkt des Programms nicht entgehen lassen wollte und auch tapfer auf den Stehplätzen über eine Stunde lang durchhielt.

Seit drei Jahren sind die Showtänzer im alten Kontorhaus ansässig, nebst eigenem Kostümfundus und Schneiderei im ehemaligen Pförtnerhäuschen. Mit ihrem Programm, das vom Johann-Strauß-Walzer bis zum Hip Hop reichte, durch reisten sie tänzerisch ein ganzes Jahrhundert. Gut möglich , dass auch auf dem Biomalz Gewerbehof einst eine Paul Lincke Melodie von den Arbeitern gepfiff en wurde oder später das Lied “Pack die Badehose ein”. Beim diesjährigen Hoffest war die Bühne, auf der die Tänzer auch ihre temperamentvollen Stepptänze zeigten, zwar nur ausgeliehen, aber für den künftigen Kulturstandort ist eine feste Bühne schon eingeplant.

Quelle: Bäke Courier

 
100 Jahre Biomalz PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Ein Videobericht vom Telowkanal 2011

 
Kunstsonntag 2011 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Ein Videobericht vom Telowkanal 2011

 
Bedeutendes Industriedenkmal der Region wird 100 Jahre alt PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Sanierung des historischen Fabrikstandortes Biomalz zum großen Teil abgeschlossen

Über viele Jahre haben die historischen Fabrikgebäude im Herzen des Teltower Biomalz Gewerbehofes an der Iserstraße ein Schattendasein gefristet. Klinkersteine bröckelten aus den Fassaden, Stromleitungen zogen sich planlos von Haus zu Haus und Fenster waren zum Teil kaputt. All das gehört der Vergangenheit an. Im Jahr 2005 wurde ein sogenannter Masterplan für den gesamten Gewerbehof entwickelt. Seit 2008 werden die denkmalgeschützten Bauwerke saniert. Inzwischen ist der überwiegende Teil der Instandsetzung des historischen Kerns abgeschlossen – pünktlich zum Jubiläum, denn das Gebäude-Ensemble wird in diesem Juli 100 Jahre alt.

Der Rundgang über den historischen Fabrikstandort beginnt vor dem Haus 1, dem „Alten Kontorhaus“. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein dreigeschossiges Bauwerk, das direkt an die zwei auffälligen Rundbögen am ehemaligen Fabrik-Eingang grenzt. Auch das alte Pförtnerhäuschen
ist noch erhalten geblieben. Darin befindet sich heute der Kostümverkauf der Tanzschule Kurrat.„Im Alten Kontorhaus hatte einst der Firmengründer Myro Patermann sein Büro“, erläutert Juliane Karsten von der Biomalz Gewerbehof GmbH. Die Firma ist für die Hausverwaltung des gesamten Gewerbehofes zuständig.

Myro Patermann gründete gemeinsam mit seinen Brüdern 1907 die „Biomalz-Fabrik Gebr. Patermann“ in Teltow. Vier Jahre später konnte die
Fabrikanlage eingeweiht werden. „Mit ihrer roten Backsteinfassade gehört sie zu den bedeutendsten Industriedenkmälern der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf“, schreibt der Berliner Historiker Dr. Alexander Ruoff.

Die Fabrik sei einst ein mustergültiger Betrieb zur Produktion von Malz-Erzeugnissen gewesen. Mit den eigenen Ländereien sowie der Tischlerei und Schlosserei habe das Unternehmen absolut eigenständig arbeiten können. Die Fabrikkonstruktion in Skelettbauweise sei für die damalige Zeit hochmodern gewesen und orientierte sich an den Erfordernissen einer effizienten Produktion.

„Wenn Herr Patermann einmal nach seinen Arbeitern schauen wollte, konnte er trockenen Fußes in die Fabrik gehen“, verrät die Hausverwalterin weiter. Denn über den Torbögen befinde sich ein überdachter Gang. Er führe direkt ins Haus 2, in die „Alte Fabrik“. Dort befand sich früher die Produktionsstätte der Biomalz-Produkte. Eines der Haupterzeugnisse war der aus Gerste gewonnene Malzextrakt. Heute haben in der Alten Fabrik unter anderem die Teltower Außenstellen der Kreismusikschule und Kreisvolkshochschule von Potsdam-Mittelmark sowie die gemeinnützige Union Sozialer Einrichtungen (USE) ein neues Zuhause gefunden.

„Ich finde es angenehm, in einem so schönen Ambiente zu arbeiten“, beschreibt Liliane Schilling, Leiterin des Bereiches Hauswirtschaft und der Kantine der USE. Der Klinkerbau des Fabrikgebäudes habe etwas Natürliches und Ursprüngliches. Es sei wichtig, solche Gebäude für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die USE bietet psychisch kranken und behinderten Menschen Bildungs-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten in Berlin und Brandenburg. Speziell in Teltow gibt es unter anderem eine Buchbinderei, einen Digitaldruck-und Lettershop, eine Werkstatt für Metallbau sowie eine Schneiderei.

Weiter geht der Rundgang zum Haus 3, dem „Alten Kesselhaus“. Die Sanierung des 300 Quadratmeter großen Gebäudes ist noch nicht beendet. „Hier soll später einmal eine Veranstaltungshalle für etwa 180 Gäste entstehen“, erklärt Juliane Karsten. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Haus 8, das ebenfalls zum historischen Kern gehört. In der „Alten Quellmühle“, wo einst die Gerste gemahlen wurde, werden künftig die Schüler der Computerschule „media-4kids“ unterrichtet.

„Uns ist es wichtig, dass sich neben kommerziellen Unternehmen hier auf dem Gelände auch künstlerische, kulturelle und soziale Institutionen ansiedeln“, sagt Karsten. Denn der Standort, der insgesamt 36.000 Quadratmeter groß ist, soll kein reines Gewerbegebiet sein. Inzwischen hätten etwa 50 Mieter unter dem Dach des Biomalz-Gewerbehofes eine neue Heimstätte gefunden. Zum gesamten Areal zählen neben den historischen Häusern auch zahlreiche Neubauten. Das fünfte Gebäude, das zum Ensemble der ehemaligen Fabrik gehört, ist das Haus 6, das „Alte Kutscherhaus“. Anfangs waren hier die Pferde, später die Kutschen untergebracht. Die obere Etage wurde zu einer Wohnung ausgebaut. Heute befindet sich hier das Büro des Eigentümers des Biomalz-Gewerbehofes, die Salem Grundstücksgesellschaft. „In die Sanierung der historischen Gebäude sind bis jetzt rund 2,3 Millionen Euro geflossen“, erläutert Florian Lewens, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft.

Der Gesellschafter-Geschäftsführer der Firma Biomalz-Gewerbehof GmbH ist Erhard Wigand, Stadtverordneter von Teltow und Nachfahre des Firmengründers. Seine Mutter, Margarethe Wigand, ist die Tochter von Myro Patermann. Zu DDR-Zeiten wurde der Fabrikbesitzer enteignet und der Betrieb in Volkseigentum überführt, schreibt der Historiker Alexander Ruoff weiter. Fortan trug die Fabrik den Namen „VEB Biomalz Walter Schütz“ und zählte zu den größten Arbeitgebern der Region.

„Nach der Wende traten die Erben von Patermann einen langen Kampf um die Rückgabe der Fabrik an“, so Ruoff. Die ungeordneten Eigentumsverhältnisse seien zunächst ein Hemmschuh für jegliche Investitionen gewesen. Erst mit dem Masterplan habe man mit der Neuentwicklung und Strukturierung des Fabrikstandortes beginnen können. Die ehemalige Firma Biomalz, die mittlerweile den Namen „Teltomalz“ trägt, produziert und vertreibt bis heute Biomalz, Bonbons und Backmischungen.

Anett Kirchner - Teltower Stadt-Blatt 05 2011

 
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